Samstag, 8. Januar 2011

Semlor, eine alte schwedische Tradition

Das Wort Semla kommt vom lateinischen Wort simila, was soviel wie Weizenmehl bedeutet und ist in ganz Schweden eng mit der Fastenzeit verbunden. Nach Schweden kamen die Semlor zu Beginn des 17. Jahrhunderts, wobei sie ursprünglich von Deutschland kamen. Zu Beginn waren sie daher ohne jede Füllung und entsprachen den deutschen Brötchen. Der Unterschied war jedoch, dass sie in Schweden etwas größer waren und in einem Teller mit Milch gegessen wurden.


In einem Kochbuch aus dem 18. Jahrhundert findet man dann erstmals Semlor mit Füllung, wobei es sich dabei jedoch noch nicht um Marzipanmasse und Schlagsahne handelte. Nach dem alten Rezept höhlte man die Semla aus, kochte dann den Inhalt zusammen mit Sahne und Butter und füllte sie mit dieser Masse.


Je nach Region wurden Semlor, die damals allerdings nur in der südlichen Hälfte Schwedens zu finden waren, im 17. und 18. Jahrhundert sehr unterschiedlich gewürzt. Man gab dem Teig Zimt, Koriander, Safran, Zimt oder auch Muskat zu. Im 18. Jahrhundert begann man dann die Semlor auch mit Marmelade oder Zucker zu essen, wobei man sie zu jener Zeit immer noch hauptsächlich in einen Teller mit Milch legte.

Selbst gebackene Semla

Während man in Göteborg die Semlor in der Vergangenheit nur an einem einzigen Tag im Jahr verkaufen (und backen) durfte, hatten andere Teile Schwedens völlig abweichende Brauchtümer. In einigen Gegenden wurde während der Fastenzeit sogar jeden Morgen eine Semla gegessen, die dann jedoch die einzige Nahrung für den ganzen Tag war. Diese Semlor waren allerdings noch größer als die, die man heute erwerben kann.

Konditor-Semla

Erst im 19. Jahrhundert kamen dann schwedische Bäcker auf die Idee Semlor mit Marzipanmasse zu füllen und schließlich auch Schlagsahne zuzufügen. Noch lange hielt sich jedoch der Brauch die Semlor mit Zimt zu würzen und in warmer Milch zu kochen oder zu essen. Heute werden in ganz Schweden Semlor spätestens ab Drei Könige verkauft, wobei jedoch Ostern nach wie vor die Semla vom schwedischen Essen verbannt wird.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

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